Archiv der Kategorie: Outdoorliving

Ich habe einen Tick

Eigentlich habe ich schon immer Ticks gehabt. Aber dieser ist neu.
Ticks können hilfreich und nützlich sein. Sie haben zwar ein negatives Image aber Image wird ohnehin überbewertet.
Vor geraumer Zeit habe ich mir eine Psychotherapie gegönnt. Nicht wegen der Ticks.
Klingt vielleicht komisch aber es war die sinnvollste und beste Erfahrung, die ich je im Bereich der Selbstfindung gemacht habe. Damals hätte ich vielleicht nicht gegönnt gesagt – aber es war ein Geschenk!
Im Laufe der Therapie habe ich kurzzeitig unter Panikattacken gelitten, unter sehr fiesen Angszuständen, die wünscht man keinem. Meistens kam das beim Autofahren, was ja durchaus auch gefährlich hätte werden können.
Um diese Ängste in den Griff zu bekommen griff ich zu einem Hilfsmittel.
Meine Sammelleidenschaft hat mich gerettet. Ich sammle nämlich Hüte und einer diese Hüte war mein erklärter Lieblingshut. Leider habe ich ihn nicht mehr. Schade.
Ich legte mir nun beim Autofahren diesen Lieblingshut auf den Beifahrersitz mit der Überzeugung, ich müsse ihn nur aufsetzen und die Angst wäre verschwunden.
Und siehe da, es funktionierte. Die Angstanfälle habe ich auf diese Weise so in den Griff bekommen, das sie mich nicht behinderten. Mittlerweile habe ich schon lange keine Attacken mehr aber der Hang zu Ticks ist geblieben.
Meiner neuster Tick ist es, mich beim Malen schön anzuziehen.
Keine Arbeitsklamotten mehr, die ich bekleckern kann sondern schöne Kleider oder weite Hosen. Hauptsache fein, so als wäre ich auf einem Fest.
Sicherlich liegt das auch daran, das sich meine Malweise geändert hat, das ich nicht mehr großformatig male sondern auf eher kleinen Formaten und mit weitaus kleineren Pinseln als zuvor. Immer detailverliebt und immer hübsch angezogen.
Ich schreibe auch mehr und dafür muss man nun ganz bestimmt nicht in bekleckter Ausrüstung herumlaufen bzw. sitzen.
Außerdem finde ich finde ich, das ich so konzentrierter male, langsamer und genußvoller. Und – ich befinde mich mit dieser Marotte in bester Gesellschaft. So soll schon der große Tizian immer in Festtagsmontur gemalt haben.
Aber sollte die Malerei nicht ohnehin ein Fest sein? Ein sinnliches Fest, das man genießt?
Vielleicht sollte man ja das ganze Leben als ein Fest sehen und dem Tag damit danken, das man sich schön macht?


Nun bin ich immer noch nicht ganz frei von Angst aber wer ist das schon.
Ich paddle seit einiger Zeit und liebe es. Ich genieße die Stille auf dem Wasser, die Natur, aber bis dahin ist immer noch ein wenig Angst zu überwinden.
Jedesmal beim Einsteigen habe ich Angst ins Wasser zu fallen……
Dabei wäre das gar nicht schlimm, ich bin eine gute Schwimmerin aber die Vorstellung mitsamt dem Boot umzukippen finde ich grauselig. Dafür muss ich mir auch noch einen Hilfstick einfallen lassen.
ich wüßte ja gern ob es unter euch auch Menschen mit Ticks gibt und was das für Ticks sind….

…und da ich gerade kein Bild von mir mit Kleid habe kommt hier eins mit Kajak 😉




Leben, Lieben Lachen und das Atmen nicht vergessen!
Herzlichst
Anna